Dreaming Diversity

Wie mit Social Dreaming der diversitätsbedingte Kulturwandel gelingt

Diversity in Wirtschaft und Gesellschaft verfolgt den Ansatz, den vielfältigen Herausforderungen der digitalisierten Globalisierung mit ebenso vielfältigen Lösungsansätzen zu begegnen. Durch die Diversifizierung der Arbeitswelt ergeben sich indes auch Situationen, für die Verhaltensregeln und ethische Vorgaben erst noch gefunden werden müssen. Erschwerend wirkt dabei oftmals, dass die Beteiligten aufgrund ihrer diversen Zusammensetzung nicht auf gemeinsame habituelle Konfliktlösungsmuster zurückgreifen können.

Social Dreaming Works

Mein Artikel "Dreaming Diversity" in dem Praxishandbuch Agenda HR – Digitalisierung, Arbeit 4.0, New Leadership (hg. v. Anabel Ternès und Clarissa-Diana Wilke, Wiesbaden: Springer Gabler, 2018, 49,90€) skizziert die zentralen Begleiterscheinungen des aktuellen Kulturwandels in Unternehmen und zeigt, wie Gruppen, Teams und Organisationen mit der Arbeitsmatrix des Social Dreaming den durch Vielfalt entstehenden Spannungszuwachs konstruktiv nutzen können.

Kommen Sie zur Buchpräsentation zu Springer Gabler Fachverlage auf der "Zukunft Personal" in Köln (11.-13.9.2018)


Social Reflecting Matrix: Türöffner für die Zukunft

Ein Workshop-Konzept für innovative Unternehmensentwicklung durch Mitarbeiterpartizipation

Wie können wir uns fit für die Zukunft machen? Das beschäftigt Fach- und Führungskräfte, Forscher, Coaches, Berater und Mitarbeiter gleichermaßen. Unternehmen investieren viel Geld in Studien zur zukünftigen Entwicklung ihrer Branchen, weil es für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend wichtig ist, die Märkte zu kennen. Oder sie holen anderweitig externes Know-how ins Haus, um sich an der Konkurrenz zu orientieren. Oder sie starten digitale Projekte, um neue technische Möglichkeiten zu nutzen. Die Social Reflecting Matrix ist ein Arbeitsformat für Organisationen und Teams, das es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht, ihr vielfältig vorhandenes Wissen und ihre Kreativität in Wirkung zu bringen – entweder als einmaliger Impuls oder um in regelmäßigen Sessions die Zukunft einzuladen, sich zu manifestieren.

Social Reflecting Matrix als Quelle praktisch anwendbaren Wissens

Die Social Reflecting Matrix besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil führt die Social Reflecting Matrix in einen Möglichkeitsraum, in dem sich zeigen kann, was in einer Organisation oder in einem Team an Ideen, Phantasien und spontanen Einfällen vorhanden ist. Das Setting ist denkbar einfach: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen sich in einem Raum mit ungeordneter Bestuhlung und sprechen über alles, was ihnen in den Sinn kommt. Die ungeordnete Verteilung der Sitzgelegenheiten vermeidet bewusst ein Setting wie bei üblichen Meetings oder der Gruppenarbeit, denn was bei der Arbeit mit der Social Reflecting Matrix zählt, ist das freie Aussprechen von Gedanken, Metaphern und Einfällen, ohne dass diese immer schon einen Sinn ergeben müssen. Eine Sitzung dauert – je nach Größe der Gruppe – zwischen 60 und 90 Minuten und wird von ein bis zwei Hosts begleitet. Sie eröffnen und schließen die Sessions und führen die Gruppe zum zweiten Teil. Dieser zweite Teil dauert ca. 60 Minuten und besteht in einem Learning Dialogue, der es den Teilnehmenden ermöglicht, sich über ihre Inspirationen und Erkenntnisse mit der Matrix gemeinsam auszutauschen. In dieser entscheidenden zweiten Phase wird aus den Ideen und Phantasien der Arbeit mit der Matrix praktisch anwendbares Wissen.

Kreative Selbst-Orientierung für Unternehmen

Die Social Reflecting Matrix nutzt auf diese Weise die Erfahrung und die Kreativität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Erweiterung des Blickwinkels auf arbeits- und unternehmensbezogene Themen. Damit bietet sie eine einzigartige Chance der kreativen Selbst-Entwicklung von Unternehmen in Veränderungsprozessen. Vor allem vernetzt die Arbeit mit der Social Reflecting Matrix drei Prozesstypen in Organisationen: Wahrnehmen, Kommunizieren und Handeln. Das zeigt sich darin, dass im ersten Teil der Matrix der Fähigkeit zu freiem und ungeordnetem Denken viel Platz eingeräumt wird. Die hier zur Sprache kommenden Ideen, Ansätze und Impulse können dann im zweiten Teil für eine konkrete Umsetzung oder Strategieentwicklung genutzt werden. Auf diese Weise erschließt die Social Reflecting Matrix Quellen des praktischen Wissens und kann sie in handlungsbezogene Pläne überführen.

Co-kreativer Workshop zum Kennenlernen

Für Führungskräfte, Wirtschaftspsychologen, Coaches, Berater und Mitarbeiter findet am 19. Oktober 2018 ein Workshop in Zürich statt.

"Dreams are data – about the world we are in and the state we are in. You always dream in a context", says Dame Ruth Silver, President of the Further Education Trust for Leadership (FETL) and Co-Founder of the Gordon Lawrence Foundation for the Promotion of Social Dreaming.

I met Dame Ruth Silver in August this year at Kings Place, in an office building in an upcoming area of London close to King's Cross Station. We had an exciting conversation about Social Dreaming as a way of working with dreams in organisations. It is important to know that in Social Dreaming the focus is on the dream and not the dreamer, where dreams are shared amongst people who come together solely for this purpose. I told Ruth about the workshop I am running with Daniela Dollinger from Team-Factory in Zurich this October using the matrix setting as a concept that achieves innovative organisational development through employee participation. Ruth welcomes our approach because it, too, serves as a potential to create new thoughts since it builds on the experiences and creativity of the participants to broaden their perspective on work and company related issues.


Was ist Social Dreaming?

Social Dreaming wurde ab den 1980er Jahren von dem Soziologen Gordon Lawrence konzipiert. Die Teilnehmer können in diesem Setting über ihre Träume sprechen und spontane Einfälle zu den Träumen andere Teilnehmer äußern. Eine Social Dreaming Matrix dauert zwischen 45 Minuten und eineinhalb Stunden. Sie eröffnet Raum für Reflexionen und neue Gedanken.

 

Die Social Dreaming Matrix ist kein gruppendynamisches Arbeitsformat: Es geht also nicht um die Träumer, sondern um die Träume der Teilnehmenden. Es steht also weniger der Einzelne im Fokus, sondern Träume und die an sie anknüpfenden Assoziationen. Dennoch vermitteln und übertragen sich in den Social Dreaming Matrices Inhalte in Form von Vorstellungen, Ideen, Beobachtungen, Erfahrungen, Erlebnissen und Phantasien, ohne dass diese Mitteilungen gleich klar eingeordnet werden müssten oder könnten.

 

Die Matrix kann als Artikulationsmedium für unbewusste Vorstellungen und affektive Erlebnisformen genutzt werden. Ohne dass dies von vorne herein beabsichtigt oder näher bestimmt werden könnte, ergibt die Arbeit mit der Social Dreaming Matrix Veränderungen in den Beziehungen der Teilnehmenden und in bezug auf die Themen und Dinge, auf die sich die Teilnehmenden untereinander beziehen.

 

Mehr Informationen über Social Dreaming auf der Gordon Lawrence Foundation Website.


Freuds "Die Traumdeutung" – Hintergrundwissen zur psychoanalytischen Arbeitsweise mit Träumen

In Freuds Traumbuch (Die Traumdeutung, 1900a) analysiert Freud hunderte Träume. Seine Auseinandersetzung mit dem Phänomen resultierte aus der Erfahrung mit seinen Patienten, die ihm in den analytischen Sitzungen ihre Träume erzählten. Der Traum bot sich ihm als Untersuchungsobjekt auch deshalb an, weil er zeigt, dass es ein Unbewusstes in Sinne gestaltauflösender Primärprozesse bei allen Menschen gibt. 

 

Freud stellte klar, dass der Traum nicht verstanden werden will, da er im Unterschied zum Witz kein soziales Ausdrucksmittel sei. Seine Funktion bestehe darin, den Schlaf des Träumers zu hüten, indem er ein Aufwecken als Folge von inneren oder äußeren Reizen zu vermeiden hilft. Die inhaltliche Struktur von Träumen stellt dabei in der Regel einen Wunsch als erfüllt dar. Im Alptraum misslinge Freud zufolge die Kompromissbildung des Traumes, soweit die Traumarbeit hier nicht mehr zu geeigneten Kompromissen in der Darstellung findet, die imstande wären, den störenden Reiz auf unbedenkliches Material zu verschieben oder anderweitig zu entstellen.

 

Im wesentlichen sind es vier Dinge, die Freud in seinem Traumbuch anders handhabt als andere Autoren zuvor: 1.) Der Träumer deutet seinen Traum selbst – nicht der Traumdeuter. 2.) Der Traum ist nicht prophetisch, er bezieht sich auf die Vergangenheit des Träumers. 3.) Einen Traum deute man nicht als ganzes, sondern en detail. 4.) Zwischen manifestem Trauminhalt und latenten Traumgedanken gilt es zu unterscheiden.